Die H.E.S.S.-Teleskope


      H.E.S.S. ist ein System von Cherenkov-Teleskopen, das sich im Khomas-Hochland in Namibia befindet. Sein Ziel ist die Beobachtung hochenergetischer kosmischer Gammastrahlen (>100 Gigaelektronenvolt), die durch gewaltige astrophysikalische Phänomene erzeugt werden. Mit seiner Lage auf der Südhalbkugel der Erde liegt das Observatorium ideal, um in den inneren Bereich unserer Milchstraße zu blicken. Die Gruppe in Zeuthen arbeitet hauptsächlich an Pulsarwindnebeln, den Magellanschen Wolken, stellaren Bugwellenshocks und zeitlich variablen Gammastrahlenausbrüchen.

      H.E.S.S. ist seit 2003 mit vier 12-Meter-Teleskopen in Betrieb und hat mit seinen Beobachtungen ein neues Fenster zum Universum geöffnet. Das Physikprogramm von H.E.S.S. umfasst neben Beobachtungen von Objekten in der Milchstraße auch das Studium ferner Galaxien und die Beantwortung fundamentaler Fragen der Physik. Dazu gehören etwa die Suche nach der Dunklen Materie und die Überprüfung von Lorentzinvarianz-Effekten, wie sie in Theorien zur Schleifenquantengravitation vorhergesagt werden.

      2012 wurde ein fünftes Teleskop eingeweiht, das mit seinen 28 Metern Durchmesser das größte seiner Art ist. Die Datennahme- und Analysesoftware wurde in Zeuthen maßgeblich mitentwickelt. In 2015/16 wurde eine Modernisierung der vier kleinen Teleskope durchgeführt. Dabei wurden die Photomultiplier-Kameras mit neuer Elektronik und neuem Belüftungs- und Pneumatiksystem ausgestattet. Das Projekt wurde von DESY geplant, koordiniert und in Zusammenarbeit mit anderen Instituten und lokalen Partnern in Namibia durchgeführt.

      Aktuelle Ergebnisse und neue Entdeckungen finden Sie unter H.E.S.S. source of the month und H.E.S.S. on Twitter und Facebook.