AMANDA

AMANDA (Antarctic Muon And Neutrino Detector Array, beendet 2009) nutzte die etwa 3 km dicke Eisschicht am Südpol als Medium für ein großes Hochenergie-Neutrinoteleskop.

1994 wurde eine Testanordnung in eine Tiefe von 800–1000 m versenkt. Hier beeinträchtigten jedoch Luftblasen die Durchsichtigkeit des Eises. Deshalb installierte die AMANDA Kollaboration zwei Jahre später – inzwischen unter Beteiligung von Wissenschaftlern des DESY – eine neue Testanordnung in 1520–2000 m Tiefe. Sie bestand aus 86 an 4 Trossen befestigten Lichtsensoren. Dank der besseren Eisqualität konnte damit erstmals gezeigt werden, dass ein Teleskop zur Messung hochenergetischer Neutrinos am Südpol realisierbar war. Bis zum Jahr 2000 wurden insgesamt 677 optische Module in 19 Bohrlöchern versenkt.

Die Zeuthener Gruppe hat aufgrund der langjährigen mit dem Baikal-Unterwasser-Teleskop gesammelten Erfahrungen wesentliche Beiträge liefern können.

Entwicklung, Bau und Test von:

  • optischen Modulen,
  • Laser-Lichtquellen zur Zeiteichung der Signalregistrierung,
  • speziellen elektronischen Einrichtungen zur Suche nach Supernova-Ausbrüchen mit dem Auslesesystem direkt am Südpol,
  • Übertragung analoger Signale mit optischen Fasern,
  • zentralen Komponenten der Datenaufzeichnung.
Entwicklung von Software zur Auswertung der Messdaten und zur Simulation der physikalischen Prozesse im Eis und im Detektor.

Datenanalyse und Publikationen zu den Themen:

  • Suche nach hochenergetischen Neutrino-Punktquellen,
  • Suche nach magnetischen Monopolen,
  • Messung von Kaskadenprozessen, die durch hochenergetische Neutrinos ausgelöst werden.