Das BAIKAL-Neutrinoteleskop

Das Neutrinoteleskop NT200 ist in etwa 1 km Tiefe im sibirischen Baikalsee positioniert. Das Baikal-Experiment profitiert von der dicken Eisschicht, die den See im Winter bedeckt. Vom Eis aus lassen sich bequem die optischen Sensoren in die Tiefe hinabsenken, wo sie – durch Kabel zum Ufer verbunden – das ganze Jahr über Daten nehmen.

Das Experiment hat eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Hochenergie-Neutrinoastronomie gespielt: Im Frühjahr 1993 gelang es Wissenschaftlern aus russischen Instituten und vom DESY erstmals, ein Unterwasserteleskop zu installieren, das nicht nur für einige Stunden, sondern für ein ganzes Jahr Daten nahm. Damals waren es allerdings erst 36 Lichtsensoren an drei Trossen. Die gegenwärtige Ausbaustufe, die seit 1998 Daten nimmt, besteht aus 192 an acht Trossen hängenden Lichtsensoren.

Zeuthener Wissenschaftler waren von 1988 bis 2008 am Baikal-Projekt beteiligt.

Gegenwärtig sind russische Gruppen mit technologischen Studien für ein km3-Teleskop im Baikalsee beschäftigt, mit dessen Installation sie 2013 beginnen wollen.